Bio im Sprit

Ein Buchstabe und eine Zahl verunsichern Auto- und Motorradfans: E10.

Hinter der Formel „E10“ verbirgt sich der prozentuale Anteil von aus Pflanzen gewonnenem Ethanol, der dem Benzin beigemischt wird. Bisher betrug er bis zu 5 Prozent, während dem in Kürze erhältlichen E10-Kraftstoff 10 % Ethanol beigemischt werden – erhältlich an entsprechend gekennzeichneten Zapfsäulen.

Mit der höheren Beimischung wird eine EU-Richtlinie zum Klimaschutz umgesetzt. Die Idee: Biokraftstoffe werden unter Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen wie etwa Getreide erzeugt. Sie nehmen beim Wachstum der Ursprungspflanze just so viel CO2 auf, wie bei der Verbrennung wieder abgegeben wird. Der Haken: E10 kann – besonders unter hohem Druck und bei hohen Temperaturen – korrosiv auf Aluminium wirken und verträgt sich nicht mit allen Dichtungsmaterialen und Schläuchen. Motoren, die kein E 10 vertragen, sollten daher unter keinen Umständen damit betrieben werden.

Die gute Nachricht: Für die Besitzer von sämtlichen aktuellen und zahlreichen älteren Harley-Davidson Modellen ist die Umstellung auf den höheren Bioethanol-Anteil im Sprit kein Problem: Alle serienmäßigen Harley Motoren ab dem Modelljahr 1980 vertragen zehn Prozent Ethanol im Kraftstoff und können daher weiterhin problemlos mit „Super“-Kraftstoff (ROZ 95) betrieben werden. Besitzern von Harley-Davidson Motorrädern, die vor dem Modelljahr 1980 gefertigt wurden, empfiehlt der Hersteller, auf „Super Plus“ (ROZ 98) umzusteigen, das weiterhin mit maximal fünfprozentigem Ethanolanteil angeboten wird. Auch für modifizierte beziehungsweise leistungsgesteigerte Harley Motoren sowie für alle Buell Modelle empfiehlt die Motor Company, „Super Plus“ (ROZ 98) zu tanken.

Da die EU-Norm noch nicht flächendeckend umgesetzt ist und in manchen europäischen Ländern bezüglich E10 zum Teil noch unterschiedliche nationale Kraftstoffnormen gelten, ist bis auf weiteres im Ausland von der Verwendung von E10 abzuraten.

Fotos: ARAL AG und Harley-Davidson